Corona Wilensis Juniorum 1937 bis 1950

Das Geschehen lässt sich bedeutend einfacher ermitteln, als über die Zeit von 1937-1948 Aufzeichnungen vorliegen. Die CWJ bestellte bei der Gründung und immer einen Schriftführer, und zwar den jüngsten Fuchsen; es waren Füchse der Corona Sangallensis. Diese haben ihr Amt ausgezeichnet, mit jugendlicher Begeisterung (am Anfang) und einem Schuss Fröhlichkeit geführt. Am Ende der Berichtsperiode war der Schriftführer gar der Mann für alles und der einzige, der bereit war und etwas tat. Es sind dies:

Robert Lenz, Matthof, v/o Faruk, später
v/o Balz, Dr.iur. Fürsprecher,
Bern 1937-1938

Clemens Hagen, Poststrasse, v/o Latte,
später v/o Knaster, Dr.sc.tech, Dr.h.c., Forstmeister, Frauenfeld

Josef Niederberger, Weststr. 32,
v/o Blitz, später v/o Kodak, Dr.med.FMH,
Bezirksarzt, Wil.

Sie haben sich um die CWJ verdient gemacht.

1937, als es gegen Ostern (28. März) ging, und ich mich in Wil bereits etwas angewärmt hatte, kamen die Alemannen Pius Hochreutener, v/o Flohn, und Hermann Schibler, v/o Wipp, in ihr heimatliches Wil in die Ferien. Wir trafen uns des öftern im "Hof". Wir sprachen auch über die StVer in Wil. Ich ermunterte sie, eine Gruppe zu bilden, einen Hock zu organisieren. Ich stellte Ihnen das Beispiel des Linthverbandes vor.

Am 29. Juli 1937 gelang der "Eröffnungsstamm" im "Hof". "Nach vielen Jahren losen Zusammenhanges ist es den aktiven Wiler StVern endlich gelungen, einen wöchentlichen Ferienstamm einzuführen. Dank der Initiative unseres lieben P. Hochreutener, v/o Flohn, haben sich 18 Studenten auf dem Platze Wil zusam­mengeschlossen, um auch in der langen Ferienzeit den wahren StVer Geist zu pflegen. "Eingeladen waren 8 Akademiker und 10 Gymnasiasten. Ihrer 10 erschienen zu diesem Eröffnungsstamm. Pius Hochreutener wurde Präsident, Hermann Schibler Kassier, Robert Lenz Chronist. Als jährlicher Beitrag wurden 50 Rappen eingezogen, "für ein später stattzufindendes grandioses Fest". Viermal noch im Sommer 1937 einen Stamm im "Hof", zweimal in der "Neubrücke" (bei Willi Vollmar, v/o Kneip al. Schmalz), einmal im "Central" (bei Anton Simmen, v/o Pipin al. Ciba).

Den Höhepunkt dieses Gründungs-Sommer-Betriebes baute der Zentralverband des SchwStV unbewusst selbst. Am 8. September wurde an der GV in Luzern der Welfe-Jusstudent Alex Bannwart glorreich zum neuen CP gewählt."Herr und Frau Dr. Bannwart und nicht zuletzt Alex selbst hatten beschlossen, der CWJ eine gross­artige Kneippe zu stiften." Darauf wurden die Wiler Aktiven einig, zu Ehren von Mephi einen Fackelzug durch die Altstadt zu veranstalten. Bei allen Verbindungen wurden Bierjacken bestellt und in Einsiedeln Fackeln, Cantusproben wurden abgehalten. Es wurde ein Ereignis. 24 Fackelträger im Halbwichs zogen von der untern Bahnhofstrasse über den Schwanenplatz zum Hofplatz. "Es sind wohl um die 2000 Menschen gewesen", die nun auf dem goldenen Boden, vor dem Elternhaus des neuen CP, dem Festakt beiwohnten. Ansprachen hielten Pius Hochreutener und Alex Bannwart. Der Riesenkampf erscholl über den Hofplatz empor. Der Fackelzug marschierte die Kirchgasse hinunter, die Marktgasse hinauf, vor dem "Hof" ertönte: "0 alte Burschenherrlichkeit", die Fackeln wurden zusammengeworfen, und dann wurde im "Hof" hoch gefeiert. "Etwa 30-35 Aktive aus nah und fern", ja sogar ein grosses Kontingent unserer sonst so ruhigen Wiler Altherren, füllten zusammen mit Damen und Dämlein den schönen "Hof"-Saal. Es wurden Reden und Pauken gehalten. Es wurde laut die Hoffnung ausgesprochen, "dass die grossen Erwartungen, die an die Wahl des Herrn Alex Bannwart als CP geknüpft werden, vollauf in Erfüllung gehen." Es wurden rund 100 lt Bier ausgeschenkt. Noch selten in diesem Jahrhundert wurde in Wil ein Fürst so hoch gefeiert. Immerhin Custos Täschler v/o Krach schenkte am letzten Ferienstamm der CJW an ihre grossen Auslagen Fr. 5.-- in die Kasse, denn die eingezogenen 50 Rappen der Aktiven reichten nicht weit.

Am 29. September 1937, am letzten Ferienstamm und in Couleurs, wurde der Zirkel gutgeheissen. Auch wurde festgelegt, dass die drei Chargen (Präsident, Kassier, Chronist) bis zu Beginn des Herbstsemesters 1938 im Amt zu bleiben hätten, und dass jeweils am letzten offiziellen Stamm vor Beginn des Wintersemesters auf ein Jahr gewählt werde. In den Weihnachtsferien wurde eine neue Couleurstrophe juriert.

Zu Beginn der Sommerferien 1938 wurde auf Wunsch einiger AH und Aktiver an Dr. Dominik Styger v/o Styx eine Konstitutionsanzeige der "Corona Wilensis Juniorum" zugestellt, "um die Brücke zu schlagen zu den AH, und mit dem Wunsche, die AH möchten ihnen einmal die Ehre des Besuches geben". Darauf erging seitens der "Corona Wilensis" (Dr. Styger) die Einladung an die Jungen, am diesjährigen Sommerausflug der Corona Wilensis teilzunehmen. Diese Ausfahrt per Car fand am 8. August 1938 statt. Sie ging über Nesslau-Schwägalp nach Appenzell-Weissbad. "Die Auslagen für die Fahrt ab Wil und zurück" betrugen "inkl. Vorbereitung und Trinkgeld an den Chauffeur Fr. 6.50" pro Teilnehmer, und waren "während der Fahrt" an den Kassier Dr.med. Willy Graf-Schönenberger zu entrichten. Ich habe viele lebhafte Erinnerungen an diesen Ausflug. Daran nahmen auch teil cand. iur .Remigius Bärlocher , Bazenheid, CC, Präsident des SchwStV-Regionalverbandes St. Gallen-Toggenburg-Fürstenland-Appenzellerland" (ein stets heterogenes Gebilde), und Advokat Dr.iur. August Krucker, Wil, der designierte Gauleiter Ostschweiz; er kam das erste und letzte Mal.

In diesen Sommerferien 1938 war zehn Mal Stamm, im "Hof", in der "Neubrücke", im "Central". Besucherzahl, Stimmung, Verlauf entsprachen der kritischen Zeitlage: Kriegsgefahr über Europa. Am 21. September 1938 tagte der obgenannte Regionalverband der Ostschweiz im "Hof" in Wil. Die CWJ nahm vollzählig daran teil, ebenso einige AH. Am 5. Oktober war der letzte Ferienstamm. Hier hätten auch die Chargen neu verteilt werden sollen; es kam nicht dazu. Die Lage lastete schwer auf den jungen Gemütern. Hier bricht auch der fleissige Chronist unvermittelt ab - Robert Lenz v/o Faruk. Und dann kam der Krieg. Fünf lange Jahre. Der Aktivdienst brachte Junge und zum Teil und zeitweise auch Alte auseinander. Auch Dr. Dominik Styger v/o Styx, verschwand von der Bahne. Die Corona Wilensis (Seniorum) aber lebte und traf sich weiter. Wir sassen regelmässig beisammen (soweit nicht dienstabwesend), kegelten, und führten die Tradition weiter.

Im Januar 1945, als das Ende des Krieges erwartet wurde, fand erstmals wieder ein Stamm statt, in der Aebtestube im "Hof", und es ging hoch her. Als neuer Präsident postierte sich auf zwei leeren Fässern (früher voll) Josef Wellauer v/o Perk. Als FM fungierte Goetz, als Contra Trello (Alfred Müller,med.), als Chronist der jüngste Fuchs, Clemens Hagen v/o Latte al. Knaster. - Ein zweiter Winterstamm fand noch statt in der "Falkenburg".

Am ersten Sommerferienstamm 1945, 30. Juli, im "Hof", konstituierte sich die CWJ neu, Josef Wellauer, med., v/o Perk, "der das Verdienst hat, die Corona Wilensis Juniorum reaktiviert zu haben", trat zurück. Sein Nachfolger wurde Hans Bernet cand.rer.pol., v/o Goetz. Des weitern beschloss die Corona energisch alles zu unternehmen, um die GV des SchStv anno 1947 in Wil abzuhalten. - "Selbstverständlich müsste man dazu auch die verphilisterten AH aufrütteln." Klar wer organisiert und finanziert denn sonst. - Ebenso beschloss man von Dreibrunnen per Pferdewagen eine Auffahrt nach Schloss Sonnenberg, zu welcher auch die AH eingeladen wurden. Weiter wurde festgelegt: jeden Donnerstag Ferienstamm im "Hof". Begrüsst wurde "als Ehrenphilister und Konkneipant" Kaplan Richard Koller. - Die Scholarenfahrt per Pferdegespann zum Sonnenberg fand am Sonntag, 18. August 1945, erstmals statt. Dabei waren 10 Aktive und 5 AH, darunter der im Beichtiger-Haus zu St. Katharina im Ruhestand angesiedelte, um den SchStv hochverdiente achtzigjährige Prof.emer. Dr.P. Gallus Manser O.P..

An der in der Zeitung bekannt gewordenen GV in Sion (8.-10.9.1945) wurde St. Gallen als GV-Ort 1946 bestimmt; damit war es für Wil für ein paar Jahre aus.

Am zehnten und letzten Sommerferienstamm 1945 im "Hof" nahmen nebst 10 Aktiven auch 7 AH (mit Corona-Präsident Dr. Edwin Blöchlinger­Schmuki v/o Knirps) teil. "Endlich hatte sich die CWJ aus dem statu nascendi in einen blühenden Ferienstamm emporgearbeitet. "Auf Vorschlag von Goetz wurde vorgesehen, in der Wintervakanz eine Weihnachtsfeier durchzuführen mit einer Ansprache von Prof.emer.Dr.P.Gallus Manser O.P.". Aber Goetz kannte offenbar nicht alle Windrichtungen der ecclesia militans.

Diese erste Weihnachtsfeier der CWJ fand am Sonntag, 30. Dezember 1945, im "Hof" statt. Gegen hundert gedruckte Einladungen wurden versandt an Aktive und AH; erstmals auch an AH der Region (Aadorf, Münchwilen, Sirnach, Eschlikon, Bazenheid, Kirchberg, Uzwil). Es erschienen ca. 70 Gäste, AH mit Damen und Töchtern, die Aktivitas vollzählig. Arrangiert wurde die Feier mit Gedichten, Musikvorträgen, Liedern, von Kaplan Richard Koller.

Vierstimmige Lieder des Aktiven-Männerchors, Violinvorträge von Musikdirektor Max Wirz, Appenzell. Die Ansprache hielt Dr. Richard Thalmann v/o Cato, nun Vikar in St. Georgen. Im Kommersteil hielten die Obersten Dr.med. vet. Karl Schilling v/o Senf und Hans Weibel v/o Atlas die zackigen Chargen. Nach 2 Uhr nachts machten sich auch Robert Lenz v/o Balz und Clemens Hagen v/o Latte auf den Heimweg.

Osterstamm 1946 in der "Falkenburg". Die Mitgliederliste wurde nachgeführt mit dem neuen Namen "Josef Niederberger v/o Blitz, Wil, Westquartier". Damit konnte Clemens Hagen v/o Latte bzw. Knaster seine Charge als Federführer weitergeben .an den jüngsten Fuchsen der Corona Sangallensis. - Im Rahmen der Aktion des SchwStV wurde in den Frühlings- und Sommerferien 1946 von den Aktiven in Wil eine Büchersammlung für die notleidenden Kom­militonen in Oesterreich durchgeführt. Am ersten Sommerstamm, 24. Juli 1946, wurden die Chargen bestätigt, obwohl Goetz als Senior angesichts bevorstehender höherer Charge energisch abwinkte. Neu wurde der Mittwoch als wöchentlicher Ferienstamm in der "Falkenburg" bestimmt, ab 31. Juli 1947 der Donnerstag.

An der GV vom 25. August 1946 in St. Gallen wurde Goetz glorreich zum neuen CP des SchStV gewählt. Weil am 29. Juli 1946 in Wil seine Mutter, Frau Klara Bernet-Hugger, verstorben war, wurde der Fackelzug verschoben. Clemens Hagen v/o Knaster übernahm das Präsidium der CWJ. Er organisierte mit Splint auch die Weihnachtsfeier 1946 im "Hof", und schaffte hiefür den grössten und schönsten Tannenbaum aller Zeiten und Feiern her.

Im Frühjahr (8.4.) 1947, als der Regionalverband St. Gallen-Fürstenland-Toggenburg-Appenzellerland seine Tagung in Wil abhielt, wurde Goetz durch einen würdigen Fackelzug - Schwa­

nenplatz-obere Bahnhofstrasse- Marktgasse-Hofplatz - geehrt. Der Präsident des Verbandes, cand.iur.Benedikt Schwager, Gossau, feierte in der Brandrede den vortrefflichen CP. Goetz verdankte in seiner Ansprache dem "Heimatstädtchen" die grosse Ehrung, der Riesenkampf erscholl in der Runde, ergriff die Gemüter und wogte hoch zum "Hof" empor. Im "Hof" selber wurde Kommers gehalten; es ging hoch her. Die letzten Teilnehmer stiegen nachts noch auf den Hofberg "zum Friedensstein", und landeten in den gastlichen Räumen der Familie Alfons Sager-Vetter, obere Bahnhofstrasse 31, wo sie von Kurt Sager v/o Chratz, später v/o pudding, verpflegt wurden: "Warme Platte, kalte Platte, jede Art von Stoff, wie Tee, Bier, bis Triple + Quadruple Sec, Früchte, Obst, Ostereier und Musik. Wer dabei war, wird es nicht vergessen."

In den Sommerferien 1946 und 1947 wurden per Velo die Pfarrherren in Oberbüren (Gallus Kolb) und Oberuzwil (Johannes Täschler) ausgiebig heimgesucht. Und immer war Mephi, jetzt eigentlich heiratsfähig, auch dabei. Mehrmals wurde im "Berghof" nach oder anstelle der "Falkenburg" der Hock gehalten. Im "Berghof" wurde auch getanzt. Und so kam es, dass erstmals am 2. Januar 1948 im "Wilden Mann" ein Damenanlass veranstaltet wurde; "die Aktiven laden in erster Linie ihre Schwestern ein, ferner Töchter von Alten Herren und weitere Damen aus Wil". Auch Josy von der "Falkenburg", die Ehrenstimmzählerin, war dabei.

In den Sommerferien 1948 war Knaster in der RS. Trello überbrachte Blitz die Kasse. So war bei Blitz eine Aemterhäufung, sodass ihm Ritt beigegeben wurde für die Scholarenfahrt per Pferdegespann auf den Sonnenberg, wo wiederum die Gastfreundschaft des Herrn Statthalters P. Kolumban Artho OSB, bei Geräucher­tem und Wein genossen wurde.

Nach der Scholarenfahrt 1948 war der Schriftführer und Allround-Chargierte Josef Niederberger v/o Kodak, des Schreibens müde. Er fasste zusammen: "Wir trafen uns jeden Samstag in der "Falkenburg", einmal waren es mehr, ein andermal weniger. Anfänglich lud das Ortsblatt ("Wiler Bote") noch zum Stamme ein; später fanden wir den Weg gewohnheitsmässig. Die Corona lebte ohne Zwang, und doch stark. Der grösste Idealist liess sich die Aemter übertragen. Geschäfte gab es trotz gelegentlicher Geschäftigkeit wenige, und sie wurden am Stamme erledigt." Er wünschte "eine glanzvolle GV 1951".

Dr. L. Fäh v/o Pathos

1937 das Gründungsjahr
Corona Wilensis Juniorum 1937 bis 1950
Corona Wilensis 1951 bis 1987
Wyl (Wil) als GV-Ort
ABBATIA WILENSIS 1978 – 1987
Corona Wilensis 1920 - 1950